Die sechs SIS-Themenfelder in der ambulanten Pflege.

Die Themenfelder strukturieren die fachliche Einschätzung, ohne die individuelle Situation in eine Checkliste zu pressen. Im Mittelpunkt stehen Fähigkeiten, Unterstützungsbedarf, Gewohnheiten und die Perspektive der pflegebedürftigen Person.

Wozu dienen die Themenfelder?

Feld C1 der SIS ordnet die fachliche Einschätzung in sechs Bereiche. Das erleichtert den Überblick, ersetzt aber nicht das fachliche Denken. Eine Beobachtung kann Bezüge zu mehreren Bereichen haben; dokumentiert wird sie dort, wo ihr Hauptzusammenhang am klarsten wird.

Gute Einträge zeigen nicht nur, was nicht gelingt. Sie beschreiben auch, was die Person selbst kann, welche Unterstützung passend ist und welche Gewohnheiten oder Wünsche zu berücksichtigen sind.

  1. Themenfeld 1

    Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

    Wie nimmt die Person Informationen auf, wie verständigt sie sich und wie orientiert sie sich in ihrer Situation?

    Was hier sichtbar werden sollte

    Beschreiben Sie erkennbare Fähigkeiten, Einschränkungen und hilfreiche Bedingungen, etwa bei Orientierung, Verstehen, Entscheiden, Erinnern oder Kommunikation.

    Wichtige Abgrenzung

    Nicht jede soziale Gewohnheit gehört hierher. Beziehungen, Rollen und Teilhabe werden im fünften Themenfeld betrachtet.

  2. Themenfeld 2

    Mobilität und Beweglichkeit

    Wie bewegt sich die Person in ihrer vertrauten Umgebung und welche Unterstützung oder Hilfsmittel nutzt sie dabei?

    Was hier sichtbar werden sollte

    Relevant sind individuelle Bewegungsmöglichkeiten, Positionswechsel, Fortbewegung und der sichere Umgang mit vorhandenen Hilfsmitteln.

    Wichtige Abgrenzung

    Ein Sturzrisiko wird nicht allein durch die Beschreibung der Mobilität abschließend bewertet. Die Risikoeinschätzung folgt gesondert in C2.

  3. Themenfeld 3

    Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

    Wie geht die Person mit gesundheitlich bedingten Anforderungen um und wobei benötigt sie Unterstützung?

    Was hier sichtbar werden sollte

    Dazu können zum Beispiel Therapien, Medikation, Beschwerden, Arztkontakte, krankheitsbezogene Routinen und die persönliche Bewältigung gehören.

    Wichtige Abgrenzung

    Diagnoselisten allein erklären noch keinen Pflegebedarf. Entscheidend ist die konkrete Auswirkung auf Alltag, Selbstständigkeit und Unterstützung.

  4. Themenfeld 4

    Selbstversorgung

    Was gelingt der Person bei Körperpflege, Ankleiden, Essen, Trinken und Ausscheidung selbstständig?

    Was hier sichtbar werden sollte

    Beschreiben Sie Ressourcen, Vorlieben, notwendige Hilfen und die Art, wie Unterstützung angenommen oder abgelehnt wird.

    Wichtige Abgrenzung

    Die Organisation von Einkäufen oder Haushaltsaufgaben gehört in der ambulanten Variante grundsätzlich zur Haushaltsführung.

  5. Themenfeld 5

    Leben in sozialen Beziehungen

    Welche Beziehungen, Rollen, Gewohnheiten und Aktivitäten geben dem Alltag Struktur und Bedeutung?

    Was hier sichtbar werden sollte

    Erfassen Sie Kontakte, Rückzug, Tagesgestaltung, Interessen und gewünschte Teilhabe aus der individuellen Perspektive.

    Wichtige Abgrenzung

    Nicht die Zahl der Kontakte ist entscheidend, sondern ob die gelebte Situation zu den Wünschen und Möglichkeiten der Person passt.

  6. Themenfeld 6

    Haushaltsführung

    Wie wird der Haushalt organisiert, was übernimmt die Person selbst und wie arbeiten Beteiligte zusammen?

    Was hier sichtbar werden sollte

    Relevant können Einkaufen, Mahlzeiten, Wäsche, Reinigung, Vorräte, Wohnumfeld und abgestimmte Unterstützung durch Angehörige oder Dienste sein.

    Wichtige Abgrenzung

    Haushaltsführung ist das sechste Themenfeld der ambulanten SIS und kein zusätzlicher Punkt der Risikomatrix.

C2: Risikoeinschätzung ist kein siebtes Themenfeld

In C2 werden Hinweise zu Dekubitus, Sturz, Inkontinenz, Schmerz, Ernährung und weiteren relevanten Phänomenen initial fachlich eingeschätzt. Die Informationen aus B und C1 bilden dafür den Zusammenhang. Ein Kreuz oder eine Auswahl ersetzt nicht die begründete Entscheidung, ob eine vertiefte Einschätzung nötig ist.

Vier Fragen für jeden Themenfeld-Entwurf

  1. Was kann und möchte die Person selbst tun?
  2. Wobei besteht konkret Unterstützungsbedarf?
  3. Welche Gewohnheiten, Hilfsmittel oder Personen helfen?
  4. Was ist noch unklar oder muss fachlich weiter geprüft werden?

Diese Fragen sind keine offiziellen Leitfragen, sondern eine praktische Lesehilfe für den eigenen Entwurf. Für Schulung und Einführung bleiben die offiziellen EinSTEP-Unterlagen maßgeblich.

Quellen und fachliche Grundlagen

Die Produktbeschreibung ist von den fachlichen Grundlagen getrennt. Für Definitionen und Aufbau verweisen wir auf die zuständigen Originalquellen.