SIS erstellen: vom Gespräch bis zum geprüften Entwurf.
Eine gute SIS entsteht nicht durch möglichst viel Text. Sie entsteht, wenn persönliche Sicht, fachliche Beobachtung, Ressourcen, Unterstützungsbedarf und Risiken klar voneinander unterscheidbar sind.
Vor dem Schreiben: Die SIS ist ein Verständigungsprozess
Die Informationssammlung beginnt im Gespräch. Fragen, Zuhören, Nachfragen und fachliches Einordnen gehören zusammen. Ein Formular oder eine Software kann diesen Prozess strukturieren, aber nicht die Beziehung und die pflegefachliche Verantwortung ersetzen.
Nutzen Sie die folgende Reihenfolge deshalb als Arbeitsorientierung, nicht als starres Interviewskript. Je nach Situation entstehen Informationen in anderer Reihenfolge und werden anschließend den passenden Bereichen zugeordnet.
- Schritt 1
Gesprächskontext klären
Halten Sie fest, warum die Informationssammlung stattfindet, wer beteiligt ist und welche Unterlagen oder Vorinformationen bereits vorliegen. Der Kontext hilft später, Aussagen richtig einzuordnen.
- Schritt 2
Mit der persönlichen Sicht beginnen
Fragen Sie, was die pflegebedürftige Person aktuell bewegt, was ihr wichtig ist und wobei sie Unterstützung erlebt oder wünscht. Prägende Aussagen bleiben möglichst im Originalton erkennbar.
Beginnen Sie offen: „Was beschäftigt Sie im Moment? Was ist Ihnen wichtig? Wobei wünschen Sie Unterstützung?“
- Schritt 3
Die sechs Themenfelder fachlich bearbeiten
Ordnen Sie Beobachtungen, Ressourcen und Unterstützungsbedarf den Themenfeldern zu. Wiederholen Sie dieselbe Information nicht vorsorglich überall, sondern beschreiben Sie den fachlich passenden Zusammenhang.
Die sechs ambulanten Themenfelder im Überblick - Schritt 4
Risiken initial einschätzen
Prüfen Sie Hinweise zu Dekubitus, Sturz, Inkontinenz, Schmerz, Ernährung und weiteren relevanten Phänomenen. Entscheiden Sie fachlich, ob eine vertiefte Einschätzung erforderlich ist.
- Schritt 5
Offene und widersprüchliche Angaben sichtbar machen
Nicht jede Frage lässt sich im ersten Gespräch abschließend klären. Kennzeichnen Sie Informationslücken und unterscheiden Sie zwischen Aussage, Beobachtung und fachlicher Bewertung.
- Schritt 6
Den Entwurf im Zusammenhang prüfen
Lesen Sie persönliche Sicht, Themenfelder und Risikoeinschätzung als Ganzes. Prüfen Sie Individualität, Verständlichkeit, Widersprüche und die Ableitung weiterer fachlicher Schritte.
Grundsätze für konkrete Formulierungen - Schritt 7
Freigeben und in den Pflegeprozess überführen
Nach der fachlichen Freigabe folgt die individuelle Maßnahmenplanung. SIS, Maßnahmenplan, Berichteblatt und Evaluation bleiben als zusammenhängender Pflegeprozess zu verstehen.
Abschlusscheck für den eigenen Entwurf
- Die persönliche Sicht ist erkennbar und nicht durch Fachsprache ersetzt.
- Ressourcen und Unterstützungsbedarf sind individuell beschrieben.
- Aussagen, Beobachtungen und fachliche Einschätzungen bleiben unterscheidbar.
- Hinweise aus den Themenfeldern passen zur initialen Risikoeinschätzung.
- Offene Angaben sind geklärt oder als offen nachvollziehbar markiert.
- Eine verantwortliche Pflegefachperson hat den Gesamtstand geprüft.
Wie SIS Pilot den Arbeitsweg unterstützt
In SIS Pilot bearbeiten Sie A, B, C1 und C2 getrennt, aber innerhalb eines zusammenhängenden Entwurfs. Beobachtungen können im aktiven Feld gesprochen oder getippt werden. Satzanfänge erleichtern den Einstieg, ohne den individuellen Inhalt vorzugeben.
Der gespeicherte Entwurf lässt sich fortsetzen. Vor der Übergabe zeigt der Abschlusscheck offene Kernangaben. Im Team übernimmt eine zweite Person die fachliche Prüfung und finalisiert die Fassung für den PDF- und JSON-Export.
Quellen und fachliche Grundlagen
Die Produktbeschreibung ist von den fachlichen Grundlagen getrennt. Für Definitionen und Aufbau verweisen wir auf die zuständigen Originalquellen.
- EinSTEP: Struktur und FunktionsweiseVier Elemente des Strukturmodells und fachlicher Zusammenhang.
- EinSTEP: Informations- und SchulungsunterlagenOffizielle fachliche Grundlagen und Varianten der SIS.
- EinSTEP: Häufige FragenOriginalton, Themenfelder, Risikomatrix und praktische Anwendung.